Geschichte der Mediation und Verbreitung 

 

Als Konfliktlösungsmodell zwischen strittigen Parteien hat die Mediation eine Tradition von rund 2500 Jahren. Die Grundzüge der Mediation wurde bereits im alten Ägypten, in Asien, Griechenland, im römischen Reich, von afrikanischen Volksstämmen, in Ländern des Mittleren Ostens und in Lateinamerika angewandt, dies zum Teil schon vor der Entstehung von Rechtsnormen und der Einrichtung von staatlichen Organisationen. Auch im Mittelalter und der neuzeitlichen europäischen Geschichte ist sie in ihren Wesenzügen zu finden.

 

Antike

Bereits in der Antike war es die Aufgabe spezieller Vermittler, den Rechtsfrieden unter den Menschen wieder herzustellen. Deswegen hat der Begriff Mediation sowohl einen griechischen als auch einen lateinischen Ursprung und bedeutet soviel wie vermittelnd, neutral, keiner Partei zugewandt. Damit wird das Ziel der Mediation deutlich: Unter Vermittlung des neutralen Mediators soll möglichst eine allseitig akzeptierte und durchführbare Lösung unter Wahrung der jeweiligen Bedürfnisse und Interessen der Parteien im Wege von Verhandlungen herbeigeführt werden.

Asien

In Asien haben außergerichtliche Methoden zur Lösung von Konflikten schon traditionell einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Denn Harmonie, Kooperation und Konsens stellen schon seit Jahrtausenden nach der konfuzianisch geprägten Philosophie die höchste Form der Weisheit dar. In China ersetzt Mediation nahezu die Justiz bei der Lösung von sozialen, familiären und betrieblichen Konflikten. Der Grund hierfür liegt darin, dass offene Streitigkeiten seit alters her in China soweit möglich vermieden und daher nur im äußersten Fall geschlichtet werden. Die förmliche Anrufung eines Gerichtes wird als Schande empfunden, da sie einen Gesichtsverlust der Beteiligten bedeutet.

Afrika

Auch die Stammesgesellschaften Afrikas kannten bereits die Streitschlichtung ohne Gericht. Dies schon aus dem einfachen Grund heraus, dass es in den Gesellschaften ohne Staat und Herrschaft keinerlei Gerichte gab. Diese Stammesgesellschaften kannten jedoch sehr wohl Normen und Verhaltensregeln, aus denen bei Verstößen Konflikte entstehen konnten. Eine autonome Einigung der Streitparteien wurde dabei zumeist unter der Hinzuziehung von Schlichtern erarbeitet. Diese Form der Vermittlung ermöglicht dabei ein weiteres Zusammenleben in kleinen Gemeinschaften bis in die heutige Zeit, da hier letztlich jeder auf den anderen angewiesen ist.

USA

Die ersten Mediationszentren in den USA wurden von chinesischen Einwanderern eingerichtet. Erst Ende des 19 Jh. sind die Amerikaner selbst auf diese Form der Streitvermittlung aufmerksam geworden. Der US-amerikanische Kongress hat dann die ersten gesetzlichen Grundlagen geschaffen, damit auch bei Arbeitskonflikten Mediation eingesetzt werden konnte. Inzwischen hat sich in den USA die Mediation als Methode zur Konfliktlösung etabliert und ist sogar teilweise als Vorverfahren zur gerichtlichen Auseinandersetzung gesetzlich vorgeschrieben.

 

Geschichte in Europa:

In Europa sind mediative Elemente bei der Lösung von Konflikten bereits seit dem Mittelalter zu finden. Vermittlungen und mediative Aussöhnungen unter Ehegatten waren bereits vor der Französischen Revolution bekannt. Und im 19. Jh. wurden in England erste Schlichtungsstellen insbesondere für wirtschaftliche Streitigkeiten geschaffen.

 

 

Mediation in Österreich:

Seit zumindest Anfang der 90er Jahren etablierte sich auch in Österreich die Mediation.

Seit 2004 ist die Mediation in Zivilrechts-Angelegenheiten gesetzlich geregelt (Zivilrechtsmediationsgesetz, ZivMediatG 2004). Dieses Gesetzt regelt neben der Ausbildung zum MediatiorIn, auch die Rechte und Pflichten (Verschwiegenheit, Fristenhemmung, Versicherung, etc.) von Mediatoren. Mediatoren, welche die gesetzlich vorgegebenen Voraussetzungen erfüllen, können in eine vom Bundesministerium für Justiz geführte Liste eingetragen werden und führen sodann den Titel „eingetragender Mediator“.

 

Sämtliche Mitglieder des Teams Streitschlichter haben die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung nach dem Zivilrechtsmediationsgesetz erfolgreich absolviert und sind in der vom Bundesministerium für Justiz geführten Liste eingetragen.

Diese Liste finden Sie hier: www.mediatorenliste.justiz.gv.at

 

Während die westlichen Kulturen besonderen Wert auf das Recht von Individuen legen, wird die Identität in dem asiatischen und orientalischen Kulturkreis durch die Beziehung im sozialen System definiert:

Einen Freund zu behalten ist hier viel wichtiger, als einen Sieg zu erringen.